Arzgebirg, wie bist du schie - Senioren-Chor-Fahrt vom 15.-19. Juni 2026

Endlich ist es soweit! Am Montag, 15.06.2026, pünktlich 7:00Uhr, startet unser niegel-nagel-neuer Bus (noch ohne Logo bzw. Adress-Aufdruck) zu seiner Jungfern-Fahrt in Richtung Erzgebirge. Nach 8 Abholstationen war unsere 55-köpfige Reisegruppe komplett, und auf dem Parkplatz „Altenburger Land“ kredenzte uns unser Busfahrer Steve traditionsgemäß die obligatorische Butterbrezel und Kaffee. Bereits zum 10. Mal fährt Steve unseren Seniorenchor in nun schon altbewährter Weise im Rahmen einer Kurz-Reise zu wunderschönen Zielen in und außerhalb Deutschlands, also eine Jubiläums-Fahrt.

Erstes Ziel am Anreisetag war in Cranzahl das Räuchermännchen-Museum (erzgebirgisch: Raachermannel). Über 3500 Erzgebirgsfiguren sind zu besichtigen, weitestgehend alles Unikate.

Mit dem Bus ging es zum Bahnhof Cranzahl. Hier wechselten wir das Verkehrsmittel und fuhren ganz gemütlich mit der Fichtelbergbahn in ca. einer Stunde die knapp 18 km nach Oberwiesenthal. Die Dampflock der Schmalspurbahn zieht die Waggons seit 1897 mit ca. 25 km/Std. bergauf / bergab, dabei beträgt die höchste Steigung 33%. Hartmut, ein „alter Eisenbahner“, durfte die Hupe oder Pfeife bedienen, eine kleine Geste nachträglich zu seinem Geburtstag. Am Bahnhof Oberwiesenthal hat er für eine Runde Sekt gesorgt und wir gratulierten ihm (natürlich) mit einem Lied. Gegen 16:45 Uhr wurden wir im ****Sterne-Hotel Best Western auch mit einem Gläschen Sekt empfangen.

An der Stelle gleich ein großes Lob und vielen Dank an das Hotel: die Unterbringung, das Ambiente und besonders auch die Verpflegung (Frühstück und Abendessen in Büffet-Form) ließen keine Wünsche offen. Vom Omelett über Lachs, leckere Salate, Desserts, warmes Essen, Fisch und leckeren Käse bis zum Sekt zum Frühstück gab es alles in reichem Maße.

Nach dem Abendessen wurde noch gesungen (Ralf begleitete mit dem Akkordeon) und viel gelacht.

Am Dienstag, nach dem Frühstück, tauchte unsere Reiseleiterin Maria Theresia auf, eine lustige, sehr belesene, emphatische ehemalige Lehrerin, die, wie wir später in der Unterhaltung erfuhren, bis zur Konfirmation auch in die Neuapostolische Kirche ging. Sie führte uns in die erzgebirgische und sächsische Mundart ein: „Gusche breet und olles nur esu naus lofen lassen“ . Dann ging es mit der Seilbahn auf den Fichtelberg. Es bot sich uns ein herrlicher Rundblick auf das Erzgebirge. Es war recht stürmisch und kühl auf dem Gipfel, aber geregnet hat es nicht! Schnell noch ein Gruppenfoto mit Bus (Steve hat uns abgeholt) und dann auf nach Annaberg-Buchholz, die heimliche Hauptstadt des Erzgebirges.  Dort hatten wir eine Stadtführung in drei Gruppen. Es war schon interessant, von der Geschichte und Tradition des Bergbaus und der sehr gläubigen Bergleute zu erfahren („Glück auf“ … der Bergmannsgruß und bekanntes Lied bedeutet: fahre wieder glücklich aus dem Schacht ans Tageslicht). In der Bergkirche wurde auch gesungen, leider war es in der St. Anna-Kirche nicht möglich. Im Rahmen der Führung besuchten wir auch die Manufaktur der Träume, eine der größten Privatsammlungen erzgebirgischer Figuren und Spielsachen. Nach Freizeit für Imbiss und individuellem Spaziergang trafen wir uns 16:00 Uhr am Bus. Dort ereilte uns die Hiobsbotschaft, dass unsere mitreisende Schwester Ursula Seidel einen plötzlichen Herzinfarkt nicht überlebt hat. Ein Schock für uns alle, aber besonders für die Angehörigen. Auf der Heimfahrt ins Hotel war es sehr still im Bus. Der für den Abend geplante Heimatabend wurde verschoben……

Am Mittwoch, 17.06.2026, fuhren wir nach Neuhausen ins Ost-Erzgebirge. Dort besuchten wir das Nussknacker-Museum mit dem 10m hohen größten Nussknacker der Welt. Der Sammelleidenschaft der Erzgebirgler ist es zu verdanken, dass man hier 7300 Exemplare aus aller Welt bewundern kann. Eine Motorrad-, Möbel- Ausstellung und weitere Kleinode (Dampfmaschine, Märchenwald - Hexe Baba Jaga-, Stühle in allen Varianten) waren zu besichtigen. Schließlich konnten wir noch eine Spieluhr bewundern, die natürlich die Nussknacker-Suite intonierte. Die nächste Station war der Waldgasthof Bad Einsiedel. Hier waren wir zum Mittagessen und einer Kremser-Fahrt durch die Seiffener Wälder eingeladen, auch wieder in zwei Gruppen. Es wurde viel gesungen und gelacht. Bei der kleinen Rundfahrt im großen Bus durch das Spielzeugdorf Seiffen sahen wir viele Geschäfte mit Erzgebirgischen Kunsthandwerk, die bekannte Bergkirche und die hübschen oft schiefergedeckten Häuser. Nach dem vorgezogenen Abendessen fuhren wir nach Annaberg-Buchholz zum Gottesdienst. Wir trafen dort auf eine recht junge, aktive Gemeinde. Ein zu Herzen gehender Gottesdienst mit kräftigem Gesang auch vom Männerchor bis zum großen „Die Himmel rühmen“ wird in uns noch lange nachklingen. Nach dem Gottesdienst hatten wir die Geschwister auf ein Gläschen Sekt (gesponsort von unserem Reiseunternehmen Gessert) eingeladen und noch viele schöne Gespräche geführt, wir sind auf einer Wellenlänge! Ein besonderes Highlight kam noch. Steve hatte angefragt, ob der neue Bus „getauft“ werden könnte. Unser Chorleiter sprach ein Gebet, wir sangen ein Lied und ein paar Tropfen Sekt flossen über die Frontscheibe. Möge der neue Bus immer gute Fahrt haben ohne Pannen, Unfälle und was immer schaden könnte und die Busbesatzung und   –Fahrer natürlich auch!!!

 „Steig ei, wir fahrn in de Tschechei …“  Am Donnerstag fuhren wir, begleitet von unserer Reiseleiterin Theresa, über den Grenzübergang „Gottesgab“ zuerst nach Karlsbad. Die Führung durch das Becherovka-Museum gipfelte in einer Verkostung von vier Sorten dieses edlen Getränkes. Ein kleiner Einkaufs-Bummel durch eine der prächtigen Straßen füllte die Zeit bis zur Abfahrt unseres Busses.

Das nächste Ziel war Loket. Die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz und wird oft als böhmisches Rothenburg bezeichnet. Zuerst steuerten wir das Hotel Ferdinand an. Hier wurde für uns schon ein „Erdschwein“ (in einem unterirdischen Ofen gegartes Jungschwein) vorbereitet. Wir beobachteten, wie das Schwein ans Tageslicht befördert und zerlegt wurde. Mit passenden Beilagen konnten wir das superzarte Fleisch genießen und uns mehr als satt essen, dazu gab es ein frisch gezapftes Bier (vier Sorten der eigenen Hausbrauerei zur Auswahl). Im Anschluss wurde uns in zwei Gruppen von Theresa und einer örtlichen Gästeführerin Vera die Altstadt, Geschichte und Geschichten, Burg und Kirche gezeigt. Bei der fast unerträglichen Hitze waren wir froh, dass wir uns etwas vorfristig im klimatisierten Bus erholen konnten. In Oberwiesenthal verabschiedeten wir uns von Theresa natürlich mit einem Lied und kleinen „Kollekte“.

Am Abend wurde dann der Heimatabend mit dem Alleinunterhalter Lutz Röckert aus Geyer nachgeholt. Ich habe lange keinen gesehen und gehört, der so gut Akkordeon gespielt hat. Wir haben bei einigen Liedern tüchtig mitgesungen und besonders Ralf, der auch aus dem Erzgebirge stammt verblüffte mit seiner Textsicherheit. Als wir uns als Chor outeten war ihm unsere Sangesfreudigkeit klar.

Freitag, 19.06.2026: Jetzt heißt es Koffer packen, es geht (leider) schon wieder nach Hause. Nachdem wir das Räuchermännchen- und Nussknacker- Museum besichtigt hatten, kamen wir am Räucherkerzenmuseum in Crottendorf nicht vorbei. In der weltweit größten Räucherkerze konnten wir die Zutaten (Holzspäne, Kartoffelstärke, Holzkohlemehl und Duftstoffe, z.B. Myrrhe) und Herstellung dieser beliebten Weihnachtsutensilien kennen lernen.

Danach fuhren wir nach Zwickau ins Automobil-Museum „August Horch“. In einer zweistündigen Führung in drei Gruppen wurde uns die Geschichte des Automobilbaues, die Entstehung des Trabbis mit seiner Kunststoff-Haut und dessen Ende, die Entwicklung nach der Wiedervereinigung und viele unbezahlbare „Karossen“ gezeigt. Wir fragten uns, wie viele Millionen unter dem Dach der Halle vom ehemaligen Sachsenring, Werk II, schlummern. Nach dem Imbiss, Drei-Gänge-Menue Schweinefilet im Darm mit Senf und Brot gings schnurstracks nach Thüringen. Es wurden noch die „Sammlungen“ überreicht:

Ein riesiges Dankeschön an Steve, unseren Busfahrer. Er ist einfühlsam, umsichtig, freundlich, hilfsbereit, klug, schlagfertig, witzig und nach dem Sinn des Lebens suchend!

Ein großer Dank an seine Firma Gessert, die diese schöne Reise zusammengestellt und vorbereitet hat!

Ein Riesiges Dankeschön an Harald, der wieder mit der Kamera alle schönen Momente einfing und jetzt noch verarbeiten muss!

Ein riesiges Dankeschön an Theresa, die uns zwei Tage mit Humor, Geschichtskenntnis und erzgebirgischer Heimatverbundenheit begleitet hat!

Ein riesiges Dankeschön an das Hotelpersonal, die uns den Aufenthalt in ihrem Haus so angenehm gestaltet haben!

Ein riesiges Dankeschön an unsere Organisatoren, die uns alles so schön vorbereitet und auch während der Reise mit ihren guten Ideen viele Höhepunkte setzten!

Ein riesiges Dankeschön an die ganze Reisegruppe, die nicht nur immer pünktlich war, sondern auch im Einssein und in Harmonie und Eintracht in Freude und Leid zusammenstand. Eine Wohlfühl-Gemeinschaft, geprägt durch unser gemeinsames Ziel!

Auf dem Parkplatz Eichelborn verabschiedeten wir uns alle voneinander, denn von hier aus wurden wieder die 7 Ausstiegsorte angefahren.

Es war eine schöne Zeit, die immer in Erinnerung bleiben wird!