Am Samstag, 31. Januar 2026, öffnet die Neuapostolische Kirche, Gemeinde Ilmenau, um 17:00 Uhr ihre Türen zu einem Konzert am frühen Abend, das dem Violoncello als Erzähler, Sänger und Virtuose gewidmet ist.
Unter dem Titel „Das Violoncello im Aufbruch – Barock bis Moderne“ spannt das Programm einen weiten Bogen durch Epochen und Ausdrucksformen: von der architektonischen Klarheit barocker Linien über kantable Romantik bis hin zu den markanten Farben und Spannungen der Moderne. Dabei zeigt sich das Violoncello in all seinen Facetten – innig und poetisch, dialogisch und tänzerisch, kraftvoll und hochvirtuos.
Durch den Abend führt Beatrice Thron (Erfurt) – Kabarettistin und Schauspielerin. Sie moderiert seit vielen Jahren Kulturformate pointiert, klar und publikumsnah und verbindet die Beiträge zu einem stimmigen Ganzen.
Im Mittelpunkt des Konzerts stehen Lukas Joshua Müller und Ludwig Huhn, die den Abend als Hauptinterpreten am Violoncello gestalten. Mitwirkende sind Susanne Bleck (Violoncello) sowie Andrey Zenin (Klavier), die das Programm klanglich erweitern und bereichern.
Das Repertoire ist als bewusstes Zusammenspiel gestaltet: Den Auftakt bildet Johann Sebastian Bach mit dem Prélude aus der 2. Suite für Violoncello solo (BWV 1008) – ein konzentrierter Beginn, der aus einem einzigen Instrument einen ganzen Kosmos entstehen lässt. Aus dieser solistischen Klangrede entwickelt sich der kammermusikalische Dialog: In Reinhold Glières Duett (Nr. 3 aus op. 53) treten zwei Violoncelli gleichberechtigt miteinander in Beziehung – als Gespräch, Echo und gemeinsamer Atem.
Mit Luigi Boccherinis Cellokonzert in B-Dur (1. Satz, Grützmacher-Fassung) rückt das Violoncello als Solist ins Licht: lyrische Gesanglichkeit trifft auf brillante Passagen, die die klassische Virtuosität des Instruments eindrucksvoll zeigen. Tiefe, gesangliche Innigkeit entfaltet anschließend Gabriel Fauré in der Élégie op. 24 – ein Werk von warmem, dunklem Leuchten, das zwischen Klage und Trost schwebt.
Der Weg in die Moderne führt über Sergej Prokofjews Sonate für Cello und Klavier in C-Dur op. 119 (1. Satz): kantige Konturen, überraschende Wendungen und eine besondere Spannung zwischen Klarheit und innerer Dringlichkeit prägen diese Musik. Als stiller, poetischer Gegenpol erklingt das traditionelle **„El cant dels ocells“ („Song of the Birds“) ** in der Bearbeitung von Pablo Casals – eine schlichte Melodie von großer Ausdruckskraft, die wie ein Moment des Innehaltens wirkt.
Auch die technische Brillanz des Instruments findet ihren Platz: David Poppers Etüde Nr. 20 aus der „Hohen Schule des Violoncellospiels“ op. 73 zeigt das Violoncello als beweglichen, funkelnden Virtuosen. Klanglich erweitert wird der Abend zudem im Ensemble: In Julius Klengels Kleiner Suite für drei Violoncelli op. 59 (1. Satz) wird aus dem einzelnen Ton ein gemeinsam getragener Klang – farbig, dicht und überraschend orchestral.
Den Schlusspunkt setzt schließlich Jean Barrière: Seine Sonate in G-Dur für zwei Violoncelli führt noch einmal in die gesangliche Seele des Instruments. In den ersten beiden Sätzen entfaltet sich ein warmes, kantables Zwiegespräch, das wie eine letzte, innige „Stimme“ des Abends wirkt – bevor der dritte Satz das Konzert freudig und frisch beschließt: leichtfüßig, lebendig und mit jener heiteren Energie, die den Nachklang dieses Abends mit einem Lächeln trägt.
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über freiwillige Spenden zugunsten eines karitativen Zwecks.
Wir laden herzlich ein, diesen Abend mitzuerleben – als musikalische Reise und als Begegnung mit einem Instrument, das wie kaum ein anderes zu sprechen, zu singen und zu berühren vermag.
Neuapostolische Kirche